Chartula

Lateinisch: das kleine Blatt Papier · Ink-First Kalender für iPad und iPhone

Der Grundsatz

Chartula ist ein Kalender, in den man schreibt. Was der Apple Pencil hinterlässt, wird gespeichert — als Strich, nicht als Bild, und nie ersetzt durch das, was eine Texterkennung darin zu lesen glaubt.

Eine native App für iPad und iPhone. Keine Anmeldung, kein Konto, kein Server: außer dem Abgleich über die eigene iCloud hat sie keine einzige Netzverbindung.

Tagesansicht auf dem iPad: Zeitraster mit Terminen, darunter ein aufgeschlagenes Notizband mit handschriftlichen Zeilen.
Der Tag mit aufgeschlagenem Notizband — iPad Pro 11″

Warum

Unterwegs gibt es genau zwei gute Wege

Beide kann ein Papierkalender nur halb, und beide kann eine Formularmaske gar nicht.

  1. Mit dem Stift hinschreiben

    Dorthin, wo der Termin stehen soll — wie im Papierkalender. Was dem Papier dann fehlt: Serientermine, die Übertragung in Woche, Monat und Jahr, die Suche, die Erinnerung. Genau das ergänzt Chartula, ohne den Stift wegzunehmen.

  2. Den Termin sprechen

    Nur will man sofort wissen, was angekommen ist, und es im selben Satz noch geraderücken können. In Chartula steht für jedes Feld einzeln da, was die App verstanden hat — und aus welchem Wort sie es hat.

Und was keiner will

Unterwegs auf einer Mini‑Tastatur tippen. Vorschläge der Autokorrektur zurechtbiegen. Hinterher ausbessern, was Scribble aus der eigenen Schrift gemacht hat.

Die eigene Handschrift liest jeder besser als ein Computer. Dann darf sie auch genau so im Kalender stehen — persönlich, mühelos zu lesen, und die Wahrheit.

Ink first

Die Handschrift ist der Inhalt

Jede Entscheidung im Aufbau folgt einem Satz: Handschrift wird gespeichert, nie ersetzt. Texterkennung ist Lesehilfe, kein Inhalt.

  • Der Strich ist die Quelle. Gespeichert werden Vektorstriche mit Druck und Neigung — kein Bild davon. Auch über iCloud wandert die Schrift selbst, nicht ihr Abzug.
  • Gelesenes bleibt Vorschlag. Die Texterkennung ermittelt im Hintergrund fünf Lesarten und zeigt drei. Übernommen wird eine erst auf Bestätigung, und der Rückweg zur Handschrift steht immer offen.
  • Was nicht sicher ist, wird gesagt. Wo kein bestätigter Text steht, heißt ein Termin „Handschriftliche Notiz“ — im Widget, in der Suche, im Ausdruck. Lieber ein ehrliches Eingeständnis als ein erfundener Titel.
  • Text ergänzt, ersetzt nicht. Titel, Ort und Notiz lassen sich tippen, wenn man will. Beides steht nebeneinander im selben Termin; ein Moduswechsel ist nicht nötig.
Ausschnitt aus dem Zeitraster: ein handschriftlicher Eintrag in blauer Tinte, darunter ein getippter Termin, darunter ein weiterer handschriftlicher in Grün.
Geschrieben und getippt im selben Raster — die Farbe kommt vom Kalender, der Strich von der Hand

Schreiben

In den Kalender schreiben, nicht in ein Formular

Kein Knopf, kein Blatt, kein Schreibmodus: Der Stift setzt auf dem Raster auf, und aus dem Geschriebenen wird ein Termin.

Wo der Strich beginnt, beginnt der Termin — auf die halbe Stunde genau. Ein Tipp daneben, oder ein kurzer Moment Ruhe, und aus dem Geschriebenen ist ein Eintrag geworden.

  • Der Stift schreibt, der Finger blättert. Am iPad gehört das Raster dem Apple Pencil; der Finger scrollt, zieht und kneift. Ohne Pencil gibt ein Knopf dem Finger die Schreibfläche frei.
  • Kritzeln heißt weg. Wer über einen Termin schreibt, will ihn loswerden — die App fragt nach, statt es einfach zu tun. Und jede Meldung trägt ein „Rückgängig“.
  • Anfassen statt Formular. Termine lassen sich im Raster verschieben und an der Unterkante verlängern, in der Wochenansicht auch quer auf einen anderen Tag.
  • Langes Drücken wählt die Zeit. Eine Blase zeigt beim Ziehen die Uhrzeit in 5‑Minuten‑Schritten — die Rasterauflösung ist einstellbar.
Tagesansicht mit Zeitraster von 7 bis 21 Uhr, handschriftlichen und getippten Terminen, roter Jetzt-Linie und zwei überlappenden Blöcken.
Tagesansicht — Jetzt‑Linie, Nachtdämpfung, Spaltenlayout bei Überschneidung

Zoomstufen

Vier Blattgrößen, ein Blatt

Kneifen wechselt zwischen Tag, Woche, Monat und Jahr. Die Handschrift wandert mit — im Monat als Miniatur in der Tageszelle. Der Tag steht oben.

Mehrere Kalender

  • Privat
  • Arbeit
  • Familie

Anlegen, umbenennen, einfärben, umsortieren, ausblenden, Standardkalender festlegen. Die Farbpunkte in der Kopfzeile blenden einen Kalender mit einem Tipp aus dem Blatt.

Diktat

Einen Termin sprechen und dabei zusehen

Das Mikrofon läuft, sobald der Bildschirm aufgeht. Was verstanden wird, erscheint als einzelne Karte — mit der Wortgruppe, aus der es stammt.

Diktierbildschirm: gesprochener Satz oben, darunter Karten für Titel, Datum, Beginn, Ende, Dauer, Ort, Kalender, Wiederholung und Erinnerung.
„Elternabend am Donnerstag um halb acht in der Aula, erinnere mich einen Tag vorher“
  • Nachvollziehbar statt magisch. Unter jedem Wert steht, welche Wortgruppe ihn ergeben hat: „um halb acht“ → 19:30. Was nicht sicher erkannt wird, bleibt leer.
  • Der Titel ist rot, bis er benannt ist. Alles andere lässt sich aus dem Satz ableiten; der Titel ist der Rest, also eine Vermutung. Er steht als Vorschlag darunter und wird erst mit einem Tipp verbindlich.
  • Dauer und Ende sind eins. Gespeichert wird, was gesagt wurde; der andere Wert wird daraus gerechnet. Sie können nie auseinanderlaufen.
  • Regeln statt Modell. Die Satzerkennung ist regelbasiert und läuft auf dem Gerät — nachlesbar, testbar, ohne Netz. Verstanden werden Wochentage, „in drei Tagen“, „viertel vor acht“, „von 16 bis 18 Uhr“, „jeden ersten Dienstag im Monat“, Orte nach „im/in der/bei“ und Kalendernamen.

Der Termin

Alles, was ein Termin braucht — und nichts, was ihn ersetzt

Links die Angaben, rechts das Blatt. Beide gehören zum selben Termin, und keines hat Vorrang.

  • Wiederholungen als Teilmenge der iCal‑Regeln — bis hin zu „jeden dritten Dienstag“ und „letzter Freitag im Monat“, mit Ende offen, bis Datum oder nach n Malen. Einzelne Termine lassen sich aus der Serie herauslösen.
  • Mehrere Erinnerungen pro Termin, als lokale Mitteilungen.
  • Ort, Karten, Personen. Eine Adresse öffnet Apple Karten oder die Route; verknüpfte Kontakte bringen Anrufen und Schreiben an den Termin.
  • Zeitzonen. Ein Termin lässt sich in fremder Ortszeit eintragen — das Raster zeigt Gerätezeit, das Blatt beide.
  • Ein Bild je Termin, etwa die abfotografierte Einladung.
  • Suche über Titel, Ort, Notiz, Kalendername — und über die Lesarten der Handschrift.
Termin-Editor: links Zeit, Kalender, Titel, Ort, Personen, Wiederholung, Erinnerungen und Notiz; rechts die Schreibfläche mit Werkzeugleiste.
Der Editor — die Schreibfläche ist nicht das Beiwerk, sondern die halbe Seite

Seiten

Neben dem Kalender liegt Papier

Handschrift, die zu einem Zeitraum gehört, aber zu keiner Uhrzeit: Tages‑, Wochen‑ und Monatsnotizen, dazu freie Seiten mit Vordruck.

Tagesnotiz: eine linierte Seite mit drei handschriftlichen Zeilen und einer Werkzeugleiste.
Tagesnotiz — liniert, mit getipptem Teil am Fuß
Freie Seite mit Vordruck Wochenrückblick: drei Spalten mit den Überschriften Gelungen, Gehakt und Nächste Woche.
Freie Seite mit Vordruck — hier der Wochenrückblick

Geräte

Dasselbe Blatt auf jedem Gerät

Kein eigenes Konto, kein Passwort, kein Server: SwiftData spiegelt den Speicher in die private iCloud‑Datenbank des Nutzers.

Chartula auf dem iPhone: Tagesansicht mit handschriftlichen und getippten Terminen.
iPhone — dieselbe Ansicht, eine Spalte
Monatsansicht auf dem iPhone mit Handschrift-Miniaturen in den Tageszellen.
Auch der Monat trägt die Schrift
Einstellungen: Kalenderliste mit Farben, Abschnitt Fremde Kalender und Abschnitt Feiertage.
Einstellungen — Kalender, fremde Kalender, Feiertage

Von außen

Was ohnehin schon da ist, wird mitgelesen

Chartula baut nicht nach, was das System kann. Es zeigt es an — sichtbar als fremd, und unverändert.

Bedienung

Was die Hand tut

Die wichtigsten Gesten — der Rest erklärt sich beim Blättern.

Mit dem Pencil ins Raster schreiben
Wird zum Termin. Die Anfangszeit ist die Schreibhöhe.
Über einen Termin kritzeln
Rückfrage: entfernen?
Lange drücken und ziehen
Zeitblase mit 5‑Minuten‑Feinjustierung; der Editor öffnet an genau dieser Zeit.
Termin drücken und ziehen
Verschieben (oben greifen) oder Dauer ändern (untere Kante greifen).
Kneifen
Tag ↔ Woche ↔ Monat ↔ Jahr. In Tag und Woche zieht das Kneifen zuerst das Blatt auf.
Seitlich wischen
Einen Tag bzw. eine Woche weiter.
Datum in der Kopfzeile
Tipp: nächste Zoomstufe · Doppeltipp: heute · halten und ziehen: durch die Zeit blättern.
Apple Pencil doppelt tippen
Werkzeug wechseln — nach der Systemeinstellung.
Tastatur am iPad
← → blättern · T heute · N neuer Termin · ⌘F suchen · ⌘D diktieren · ⌘+/− Zoomstufe.

Grenzen

Was Chartula nicht tut

Eine App wird auch dadurch gut, dass sie Dinge weglässt. Diese hier sind bewusst weggelassen.